Danke an Karina (Bild) und „Suckel“ (Wort)
Dem Schreiber dieser Zeilen fällt bei Spielen gegen Gräfenhainichen immer wieder eine Geschichte ein, an die er sich gerne zurück erinnert. Es war Wendezeit und Harry Kunze war unser Trainer. Wir hießen noch Chemie Zeitz und Gräfenhainichen vielleicht noch Aktivist. Zu jener Zeit hatten wir immer mal Besetzungsprobleme und fuhren mit nur zehn Feldspielern nach Gräfenhainichen. Dieses Manko verhalf mir (und den anderen neun) allerdings dazu mit einem der besten Spieler, die unser Verein herausgebracht hat, zusammen zu spielen. Harry zog sich kurzerhand ein Trikot über und lief mit auf. Man muss wissen, dass er damals schon über vierzig war und das Match ohne großes Training bestritt. Was er aber auf den Rasen zauberte war allererste Sahne. Immer anspielbar, großes Laufpensum und Pässe wie aus dem Lehrbuch. Einfach Klasse. Als ich einen Pass ins Nirvana spielte, kam er zu mir und fragte: „Wollen wir das Spiel gewinnen?“ Ich so: „Ja“. Harry darauf: „Dann spiel mich an.“ Und was soll ich sagen, habe ihn dann meistens angespielt und wir haben, glaube ich, 5:1 gewonnen. Wäre was für die Chronisten. Also Olli. Welches Spiel? Aufstellung? Torschützen? Ich bin gespannt. (Antwort vom Zeitzer Fußballmuseum: 28.4.1990 – 5:2 Sieg gegen Akt. Gräfenhainichen. Torschützen und Aufstellung leider nicht vorhanden.)
Die Gegenwart heißt Landesliga-Süd, Chemie heißt jetzt 1.FC, Aktivist mittlerweile VfB. Im Nachholer gingen die Gäste vom VfB als Sieger vom Platz und ließen sich von ihrem Anhang feiern. Eine ganze Reihe von Gräfenhainichern befand sich unter den 110 Zuschauern. Ärgerlich sicherlich die Heimniederlage, weil sich auch die Gäste nicht gerade als Übermannschaft präsentierten. Zunächst tasteten sich beide Teams ab, viel passierte in Halbzeit eins nicht. Leon Seefeld parierte in der 21. und 31. Minute zweimal gut und auf der anderen Seite hatten Lukas Pellmann und Leon Devant Möglichkeiten. Zwingend war es aber auf beiden Seiten nicht. Und so ging es ohne Tore, bei kalten Temperaturen, zum wärmenden Pausentee.
Auch in der zweiten Hälfte wurde es nicht besser. Viel Kampf und Krampf. In der 57. Spielminute allerdings gelang den Gästen die Führung, aus dem sogenannten Nichts. Eric Krogmann, der bis dahin nur durch seine Tatoos auffiel, nutzte ein Missverständnis der Zeitzer Abwehr, umkurvte Seefeld, und schob zur Führung ein. Nun waren die Einheimischen gefordert. Die Grün-Weißen versuchten den Rückstand zu egalisieren. Nach einer Ecke für die Gastgeber verspielte Sauane den Ball, quasi als letzter Mann. Der gut gespielte Konter führte zum 0:2 durch Till Stockmann. In der Folge versuchten die Einheimischen das Ergebnis günstiger zu gestalten, aber viel gelang nicht. Etwas Spannung kam auf als der Hüter der Gäste nach einem langen Ball völlig übermotiviert Lukas Pellmann umrannte. Da dies im Strafraum passierte gab es folgerichtig den Elfer. Leon Devant versenkte unhaltbar. Mehr Zählbares gelang nicht und so blieb es beim enttäuschenden 1:2.
Für unseren Farben spielten: Seefeld, Höppner, Grosser, Devant, Ayanbadejo, Blerand Shoshi, Sauane, Kaba, Hanisch, Pellmann, Zerbe, Jentzsch, Rolke, Kämpfe, Bledar Shoshi und Meyer





























