Alte Herren

Hallo und Herzlich Willkommen, Freunde des etwas gemächlicheren Fußballs!

Tja, auch wenn wir als Vertreter unseres Sports eher zum „Alten Eisen“ gehören, so möchten wir dennoch die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen, uns medial in strahlendem Licht erscheinen zu lassen.Und daher haben wir uns entschlossen, alle Interessierten hier auf dem Laufenden zu halten und über vergangene Heldentaten, aktuelle Geschehnisse und anstehende Großereignisse zu berichten.

Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn einer solchen Webseite müssen wir bis auf weiteres schuldig bleiben, zumal wir noch nicht einmal die Zielgruppe genauer eingrenzen können. In diesem Zusammenhang verweisen wir aber auf die demographische Entwicklung in unserem Lande – und die spricht eine deutliche Sprache: unsere Gesellschaft „überaltert“! Und da ist es doch nur folgerichtig, die Grauen Panther zu wählen und Freitags Altherrenfußball zu schauen, oder?
Ach ja, und wenn jemand da draußen Ideen hat, wie man unsere sportlichen Glanztaten noch besser ins rechte (Internet-) Licht rücken kann, möge er uns dies bitte wissen lassen. Noch hat uns der Altersstarrsinn nicht befallen und wir sind für gute Vorschläge immer zu haben! Wie gesagt: noch – also Beeilung..



Rückblick 2019

Von Räumen, abkippenden Spielern und Verdichtung

Ja Leute, das Jahr geht zu Ende und wenn etwas endet kann man auch Bilanz über das geleistete oder auch nicht geleistete ziehen. Hier der Rückblick auf das Altherrenjahr aus der Sicht eines Akteurs. Irgendwelche Ähnlichkeiten mit den aktuellen Spielern sind natürlich reiner Zufall. Der eine oder andere wird sich vielleicht wieder erkennen.

JANUAR

Hallenturnier vom SV Spora und vom ZFC Meuselwitz (2.Platz bzw. 6.Platz)

Der Januar ist der Monat der guten Vorsätze. Nur gut das diese spätestens nach ein paar Tagen vergessen sind. Abnehmen, weniger Alkohol, mehr Zeit mit der Partnerin verbringen, wer in aller Welt braucht das. Was ein Altherrenspieler allerdings braucht ist Training. Und so geht es donnerstags in die Vater Jahn Turnhalle. Hier wartet schon der Trainer mit der Waage unterm Arm auf seine Schäfchen. Was er gesehen hat muss ihm nicht gefallen haben, denn die folgenden Einheiten waren knüppelhart. Mit einem süffisanten Lächeln auf seinen Lippen erklärte er uns noch das Meister im Winter gemacht werden. Nun denn.

FEBRUAR

Zermürbendes Hallentraining. Wendeläufe, Treppenläufer, Kraftkreis und so weiter. Der Trainer hat immer einen Spruch auf Lager: Qualität kommt von quälen z. Bsp. Ich gebe alles, schließlich will ich beim ersten Match in der Startaufstellung stehen. Das wird nicht leicht, denn einige Spieler aus dem eigenen Nachwuchs sind zur Mannschaft gestoßen.

MÄRZ

1.FC – Leuna 2:0

Das erste Spiel. Die Vorbereitungen laufen seit Tagen. Schuhe putzen, Sachen zusammen suchen, Finalgon kaufen. Flugs noch den Trainer anrufen und ihm anbieten ihn ins Stadion mitzunehmen. Man will ja nichts dem Zufall überlassen. Das ich bereits der 10. Anrufer war konnte ich ja nicht ahnen. Neben mir fiebern noch weitere 19 Akteure dem Spiel entgegen. Dann der Schock: Ersatzbank, es hat für mich nicht gereicht. In einem einstündigen Einzelgespräch erläutert mir der Trainer seine Gründe. Er wolle dem Nachwuchs eine Chance geben, meine Trainingsleistung war nicht berauschend bla bla bla. Meine Zeit wird noch kommen.

APRIL

TuS Pegau-FC 0:2 FC-Rasberg 4:0 FC-ZFC Meuselwitz 3:0

Wieder nur Ersatzbank. Auch heute hat mir der Coach die Gründe meiner Nichtnominierung im Vieraugengespräch mitgeteilt. Falsche Laufwege, keine Harmonie mit der abkippenden Neun, die Pässe kommen nicht in die Schnittstellen und mit dem verdichten in der Abwehr klappt es auch nicht. Der stets bemühte Regisseur allerdings darf immer spielen, ist das gerecht? Nun gut, die Reihen lichten sich. Der eine oder andere Nachwuchsstar meldet sich zu den Spielen ab. Der Hamster hat Geburtstag, die Oma zieht um ( bereits zum dritten Mal in diesem Jahr) oder die Angetraute will shoppen, einer muss ja die Taschen tragen. Meine Zeit wird kommen, dass sag ich euch.

MAI

Lusan-FC 1:0 Chemie Tröglitz-FC 2:5 Altkirchen-FC 1:5 Profen-FC 3:3 Zorbau-FC 1:0

Der Wonnemonat. Für mich nicht. Immer noch draußen. Diesmalige Begründung: Schlechte Leistung im letzten Match, ich hätte den Zielspieler nicht in die Angriffe eingebunden, habe den stets bemühten Regisseur geschnitten und mit meinen Pässen viel zu wenige Gegenspieler überspielt, papperlapapp. Ich war mit meiner Leistung zufrieden. Meine Zeit wird kommen, weil sich die Reihen weiter lichten und die Urlaubszeit steht vor der Tür.

JUNI

Rot Weiß Weißenfels-FC 3:1 Osterfeld-FC 2:2

Meine Zeit ist gekommen. Startaufstellung. Es muss ja keiner wissen, dass nur elf Spieler am Start sind. Meine Position: Vorstopper. Leute wo bin ich nur hingeraten. Keine Viererkette, keine Dreierkette dafür Libero und ich als Vorstopper, naja man muss ja spielen wo einen der Trainer hinstellt und ich bin polyvalent, also alles kein Problem.

JULI

FC-Heuckewalde 6:1 SG Weißenfels-FC 2:3 Leuna-FC 4:3

Urlaubszeit. Viele Spieler fahren in den Urlaub. Nicht so meine Wenigkeit. Ich will spielen und deshalb habe ich der Angetrauten ausgeredet die Monate Juli und August als Reisezeit zu nutzen. Zu warm, zu überlaufen, zu teuer. Es war allerdings auch verdammt schwer ihr den November an der Ostsee schmackhaft zu machen, aber ein erfahrener Routinier bekommt auch das hin.

AUGUST

Motor-FC 2:3 FC-Pegau 3:1 Heuckewalde-FC 0:3 FC-Zorbau 6:2

Ortsderbys sind auch nicht mehr das was sie einmal waren. Schiedlich friedlich geht es im Puschendorf-Stadion zu. Vorbei die Zeiten als es rote Karten hagelte. Gerüchten zu Folge soll ein Akteur sogar schon mal zwei Rote in einem Spiel gegen Motor gesehen haben, aber das sind, wie gesagt, nur Gerüchte.
Etwas anderes liegt mir noch am Herzen. Beim täglichen Nachschauen auf der Homepage unseres Vereins ist mir aufgefallen, dass meine überaus guten Leistungen in den Spielberichten der alten Herren keine Erwähnung finden. Den Schmierfink mit Pseudonym Suckel muss ich mir mal vorknöpfen.

SEPTEMBER

Braunsbedra-FC 1:2 FC-Tröglitz 6:2 Motor Altenburg-FC 2:1

Alte Klassiker im September. Und bei Klassikern geht es hoch her. Ich habe mich festgespielt in der Startformation. Irgendwann kam selbst der Trainer an meiner Qualität nicht mehr vorbei. Von den jungen Nachwuchsspielern haben sich einige schon in die Winterpause verabschiedet. Das ganze ist einfach zu stressig, jede Woche Spiel von März bis November, dass hätte Ihnen keiner vorher gesagt. Nun gut, dann müssen es die alten der Oldies richten. Routine ist eben durch nichts zu ersetzen.

OKTOBER

FC-Tröglitz 6:3

Nur ein Spiel, auch mal ganz gut, denn die Saison schlaucht. Wie nutzt man aber die freien Zeitspitzen am Freitag. Couching, Kino mit der Angetrauten, mal schön Essen gehen? Ach was, man kann doch auch mal zu einem Spiel einer höherklassigen Mannschaft fahren, Weiterbildung quasi, man lernt ja schließlich nie aus. Und seine Frau, Freundin, Lebensgefährtin sieht man doch auch die anderen Tage in der Woche.

NOVEMBER

FC-Spora 4:1 FC-Rot-Weiss Weißenfels 6:2 ZFC Meuselwitz-FC 2:8

Es ist kalt in Deutschland. Ein Altherrenspieler ist aber auch darauf vorbereitet. Thermounterwäsche, Finalgon, Mütze und Handschuhe sorgen dafür, dass der durchtrainierte Körper nicht auskühlt und auch die letzten Begegnungen durchhält. Alles nochmal rausholen, das letzte geben, denn bald fallen alle Spieler in tiefe Depression und Traurigkeit macht sich in der Kabine nach dem letzten Spiel breit. Die Kumpels nicht mehr sehen, keinen Blödsinn mehr quatschen, ach ist das grausam, aber nach der Saison ist vor der Saison und bald geht es ja wieder los.

DEZEMBER

Weihnachtsfeier

Auf solchen Feiern soll manchmal das tollste passieren. Einfach mal bei Franz Beckenbauer nachfragen, der neun Monate nach einer Weihnachtsfeier Vater geworden ist.
Gut, dass die alten Herren ohne Frauen feiern, denn biologisch ist da nicht viel drin, zum Glück mag man denken.
Dafür gibt es andere schöne Sachen zu erleben. Ein Höhepunkt ist immer die Ansprache unseres Trainers. Detailgetreu listet er alles auf was im abgelaufenen Jahr passiert ist und alle sind froh wenn nach zwei Stunden Rede das Essen kommt und der Coach seinen Vortrag abbrechen muss. Was folgt ist noch die Auszeichnung für den besten Torschützen und den Dauerbrenner, also den Spieler mit den meisten Einsätzen. Dann geht es feuchtfröhlich weiter und man lässt die Saison Revue passieren.

In diesem Sinne frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Spiel, äh neue Jahr