Spielbericht aus der MZ

Club bleibt punktlos

VON JOACHIM BEYER ZEITZ/MZ- Der 1. FC Zeitz konnte auch im zweiten Punktspiel 2014/2015 der Fußball-Landesliga keine Punkte einfahren. Nach der 1:5-Niederlage in Brachstedt unterlag der Aufsteiger auch zu Hause gegen Grün-Weiß Annaburg 0:1. Die Elsterstädter, mit großen Zielen in die Meisterschaft gestartet, stehen nun erst einmal mit leeren Händen da. Mit vielfachem Ersatz waren die Einheimischen nicht in der Lage, das gegnerische Bollwerk zu knacken. Die Enttäuschung im Zeitzer Lager war nach den Schlusspfiff groß. Mittelfeldspieler Michael Fiedler saß eine Dreiviertelstunde nach dem Abpfiff der Partie mit gesenktem Kopf auf dem grünen Rasen des Puschendorfstadions. Der Weg in die Kabine fiel dem Zeitzer schwer, seit den F-Junioren gehört er den Zeitzern an, sprüht vor Ehrgeiz. "Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten unbedingt gewinnen. Unser Spiel war zu kompliziert. Wir haben uns die Räume zugelaufen", schätzte er ein. Die Einheimischen starteten dominant. Toni Menz wurde völlig freigespielt, scheiterte aber am herauslaufenden Keeper der Gäste Kevin Ziebell. Der Angreifer der Grün-Weißen Khemgin Solivani setzte sich fast auf der Grundlinie durch, kam zu Fall. Doch der Pfiff vom Schiedsrichter Mario Jeske, der schon in den 90er Jahren bei den Elsterstädtern in Ungnade fiel, blieb aus. "Ich bin von hinten umgetreten worden", sagte Solivani, der ansonsten in dieser Partie nicht wie gewünscht zum Zuge kam. Schiedsrichteransetzer Jörg Kölbel schätzte ein. "Ich stand in den Zuschauerrängen genau in Höhe des Tatortes. Es war für mich ein klarer Elfmeter." Jeske stand gut 30 Meter vom Geschehen entfernt. Die Zeitzer starteten danach ein Powerplay, die Gäste kamen minutenlang kaum noch aus ihrer Hälfte heraus. Dann konnten die Gäste eine tolle Angriffsaktion der Zeitzer mit vier Direktzuspielen gerade noch zum Eckball klären. Die Zeitzer störten zeitig, wollten Annaburg zu Fehlern zwingen, was teilweise gut gelang. Die Annaburger versuchten ihr Glück mit langen Bällen, sie suchten immer wieder den Wirbelwind Dosseh Bruce. Und der Gast konnte sich vor der Pause aus der Umklammerung befreien und kam zu ersten, aber wenigen Möglichkeiten. Nach einer Ecke kam Andreas Schmidt zu einer Kopfballchance, der Zeitzer Keeper Martin Dolecek holte diesen mit einer Glanzparade aus der oberen Ecke. Dann gab es für die Gastgeber ein weiteres Handicap. Der Innenverteidiger aus der Viererkette Patrick Schellenberg verletzte sich und musste ausscheiden. "Patrick war bis dahin unser bester Spieler", so FC-Trainer Volker Dietrich. Für Schellenberg kam Christian Kraft, der nach vorn geschickt wurde. Kraft hätte sich gleich in die Schützenliste eintragen können, doch er scheiterte freistehend an Ziebell. Die Platzherren hatten sich noch nicht wieder neu in der Defensive orientiert, da fiel das 0:1. Nach einer Eingabe kam der kleinste Gästespieler Bruce zum Kopfball und es stand 1:0 für Annaburg. "Der Ball wurde gegen meine Laufrichtung geköpft", ärgerte sich Hüter Dolecek über den Gegentreffer. Toni Menz wurde kurz vor dem Halbzeitpfiff auch nicht astrein am Einschuss gehindert. In Hälfte zwei waren die Hausherren zwar weiter überlegen, konnten sich aber nicht belohnen. Das Spiel der Zeitzer wurde immer verkrampfter. Zeitz warf alles nach vorn. Die Gäste kamen wie erwartet in solchen Situationen zu Kontern, die zum höheren Sieg hätten führen können. Der 1. FC konnte die verletzten Stammspieler nicht ersetzen. Daher kam Daniel Görg seit vielen Monaten wieder in der Ersten zum Einsatz ebenso wie Ricardo Schlegel. An diesen Spielern kann man die Niederlage nicht festmachen. Beide gaben ihr Bestes.

Trainer urteilen

Der Trainer des1. FC Zeitz Volker Dietrich sah seine Mannschaft als das bessere Team. Man habe das Spiel weitgehend bestimmt, aber zu wenig daraus gemacht. Das Fehlen einiger Stammspieler konnte man nicht kompensieren. Solche Führungskräfte wie der verletzte Daniel Ferl oder der gesperrte Torjäger Penev seien nur schwer zu ersetzen. Auch Lars Mächtig, Hans Meier und der am vorigen Spieltag die Rote Karte gesehene Nejervan Solivani konnten nicht auflaufen. Im Lager von Annaburg war man glücklich über den Sieg in Zeitz. Trainer Uwe Rohling sagte: "Wir haben tief gestanden und über Konter versucht, das Spiel für uns zu entscheiden. Das hat geklappt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft."BEY

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.