Einsatz an der Unkrautfront

ZEITZ/MZ. Ein etwas ungewohntes Bild bot sich am Sonnabendvormittag im Zeitzer Thälmannstadion. Dort stand nicht wie üblich Torschusstraining oder ein Ausdauerlauf auf dem Programm, sondern Unkrautzupfen. Der 1. FC Zeitz hatte zu einem Arbeitseinsatz aufgerufen, um den Wildwuchs, der vor allem auf den Rängen wucherte, zu Leibe zu rücken. Knapp 40 Spieler, Verantwortliche und Mitglieder des Clubs folgten dem und verwandelten zumindest die Tribüne vor dem Sprecherturm im Stadion wieder in ein einigermaßen ansehnliches Areal.

"Das wird mal Zeit, dass hier etwas getan wird", sagte etwa Otto Gröber. Der Zeitzer ist laut eigener Aussage seit den 50er Jahren Stammgast bei Heimspielen des Clubs und konnte es in letzter Zeit nicht mehr sehen, in welchem Zustand sich das Stadion befand. Er habe auch nicht lange überlegen müssen, ob er sich selbst beteiligt. Von alleine verschwinde der Wildwuchs nun mal nicht. "Wer fordert, muss mit gutem Beispiel voran gehen." Gröber ließ sich auch nicht lange bitten und machte vor dem Sprecherturm klar Schiff. Dort, wo er immer steht, wenn der FC ein Heimspiel bestreitet.

Die, die am Sonnabend vor Ort waren, taten ihr Möglichstes und entfernten Unmengen an Unkraut und Gras. Ein ganzer Container voll sollte es am Ende werden. Doch nicht nur da wurde gewuselt. Auch am neuen Vereinsheim auf dem Gelände des Stadions ging es nämlich sichtlich voran. Dort befasste sich ein Teil der Freiwilligen mit dem Verlegen neuer Wasser- und Abwasserleitungen, so dass das Gebäude bald komplett genutzt werden kann. Mittendrin in der Unkrautfront war unterdessen auch Jens Herrmann, Trainer der D-Junioren im Verein. "Es muss doch mal etwas passieren. Die Idee, einen Arbeitseinsatz zu machen, ist gut", meinte er. Zwar hätte er sich noch ein paar mehr seiner Vereinskollegen gewünscht, die mit anpacken, aber immerhin sei überhaupt jemand gekommen. Dass so etwas ruhig öfter organisiert werden könne, damit stand Herrmann am Sonnabend nicht allein. Und in der Tat planen sie im Vorstand, Arbeitseinsätze regelmäßig durchzuführen.

"Genaues wissen wir noch nicht, aber wir werden weiter überlegen", äußerte Vereinschef Andreas Schwager, der selbst mit Hacke und Schaufel bewaffnet dem Kraut den Garaus machte. Jedoch nach Möglichkeit nicht allein, immerhin habe das Thälmannstadion mit Chemie Zeitz ja noch einen Nutzer, der sich an solchen Einsätzen beteiligen könnte. Wie das genau aussehen wird, darüber werde man sich bei Gelegenheit unterhalten. Auch sei in letzter Zeit der Eindruck erweckt wurden, dass den Vereinen, die in den Sportstätten aktiv sind, das Geld von der Stadt Zeitz zur Verfügung gestellt werde. Dies sei aber keineswegs der Fall, so Hajo Bartlau, ebenfalls Vorstandsmitglied beim Fußballverein. "Mit dem Unterhalt und der Pflege der vier Stadien ist der Stadtreinigungs- und Servicebetrieb der Stadt Zeitz verantwortlich. Wir sind nur Mieter im Thälmannstadion, genau wie Motor Zeitz im Puschendorfstadion. Wir bekommen von dem Geld nichts", sagte er.

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