Unser „Spießer“ lebe hoch

Heute vor 80 Jahren erblickte unser ehemaliger Oberligaspieler und mehrfacher Torschützenkönig Dr. Bernd Bauchspieß das Licht der Welt.

Bernd Bauchspieß begann 1950 mit elf Jahren bei der BSG Chemie Zeitz mit dem Fußballspiel. Am 8. März 1959 im ersten DDR Oberligaspiel gegen den SC Lok Leipzig gab er sein Debüt in der höchsten Spielklasse der DDR (1:2) und wurde mit 18 Treffern gleich in der ersten Saison Torschützenkönig. In der folgenden Spielzeit verteidigte er diesen Titel mit 25 Treffern, die jedoch den Abstieg der Zeitzer nach nur zwei Spielzeiten nicht verhindern konnten.

In den beiden Jahren vor dem Aufstieg (1957 und 1958) gehörte er zum Aufgebot der DDR-Junioren-Nationalmannschaft. Mit ihr bestritt er sieben Länderspiele. Nach dem Abstieg wechselte er zum Oberligisten SC Dynamo Berlin, spielte dort jedoch nur in der Frühjahrsrunde der Saison 1961/62.

Im Sommer 1961 wollte er sich dem Oberligakonkurrenten Lok Leipzig anschließen. Dazu bekam er vom Fußballverband jedoch keine Freigabe, durfte aber zu seiner früheren Gemeinschaft Chemie Zeitz in die zweitklassige I. DDR-Liga wechseln.

Zum Beginn der Spielzeit 1963/64 wechselte Bauchspieß zur neu gegründeten BSG Chemie Leipzig zurück in die Oberliga. Er war maßgeblich an der legendären Meisterschaft im Jahr 1964 beteiligt. Obwohl die Mannschaft aus zusammen gewürfelten Spielern bestand, die nicht vom neuen Leipziger Fußballschwerpunkt SC Leipzig übernommen worden waren, erlebte Bauchspieß bei Chemie in den nächsten zehn Jahren die Höhepunkte seiner Karriere. Mit seinen zahlreichen Toren sorgte nicht zuletzt der „Spießer“ genannte Stürmer mit für die Glanzzeit von Chemie in den 60er Jahren.

1965 wurde Bauchspieß mit 14 Treffern zum dritten Mal Torschützenkönig der DDR-Oberliga. Insgesamt traf Bauchspieß 120-mal in 264 DDR-Oberliga-Spielen und gilt als der bekannteste „Chemiker“ und bester Spieler aller Zeiten der „Leutzscher“.

In der Fußballnationalmannschaft der DDR kam Bauchspieß 1959 zu einem Länderspieleinsatz in Helsinki gegen Finnland. Ein Tor gelang ihm bei der 2:3-Niederlage jedoch nicht, und weitere Einsätze blieben ihm versagt. Er bestritt allerdings mit der Nachwuchsnationalmannschaft zwischen 1959 und 1963 acht Länderspiele, dazu 1964 und 1965 drei B-Länderspiele. 1964 gehörte er zum Aufgebot der Fußballolympiaauswahl der DDR. Im olympischen Fußballturnier in Tokio wurde er in drei Spielen eingesetzt und erzielte ein Tor. Im kleinen Finale, in dem die DDR die Bronzemedaille gewann, wurde er jedoch nicht aufgeboten.

Nach der Wende sah man Bernd öfters wieder in Zeitz. 1992 war er in der Mannschaft zur 1025 Jahrfeier von Zeitz und 1997 saß er auf der Trainerbank beim Spiel gegen die Traditionsmannschaft von Uwe Seeler.

Wir wünschen Ihm alles Gute und noch viele schöne Jahre.

Spielerlaufbahn:

1957 BSG Chemie Zeitz – 1. DDR Liga – 4/0
1958 BSG Chemie Zeitz – 1. DDR Liga – 21/18
1959 BSG Chemie Zeitz – Oberliga – 26/18
1960 BSG Chemie Zeitz – Oberliga – 25/25
1961 SC Dynamo Berlin – Oberliga – 5/3
1962 BSG Chemie Zeitz – 1. DDR Liga – 14/8
1962/63 BSG Chemie Zeitz – 1. DDR Liga – 21/7
1963/64 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 21/13
1964/65 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 23/14
1965/66 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 23/12
1966/67 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 26/14
1967/68 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 25/9
1968/69 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 26/7
1969/70 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 13/2
1970/71 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 26/3
1971/72 BSG Chemie Leipzig – DDR Liga – 20/0
1972/73 BSG Chemie Leipzig – Oberliga – 25/0

Tore insgesamt

Oberliga: BSG Chemie Zeitz 51/43
SC Dynamo Berlin 5/3
BSG Chemie Leipzig 208/78

DDR-Liga BSG Chemie Zeitz 60/33
BSG Chemie Leipzig 20/0

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